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Wenn es ein Quartett deutscher
Fernsehmoderatoren gäbe, dann
wäre das vermutlich ziemlich langweilig zu spielen. Weil immer derjenige gewinnen würde, der gerade im Besitz der Karte
mit JÖRG PILAWA ist. Der Mann ist
einfach unschlagbar. In der Kategorie Anzahl
moderierter Shows sticht ihn keiner so
schnell, in der Sparte höchste Quote wird ihm
allenfalls ein Thomas Gottschalk gefährlich,
und beim Ego kann gerade noch Frank Plasberg mithalten.
Wie dumm für die ARD, dass sie ihren Trumpf
in diesem Jahr ans ZDF abgeben muss.
Gleich
fünf Moderatoren haben die Intendanten nun
verpflichtet, um Pilawas Arbeitspensum aufzufangen: FRANK PLASBERG arbeitet
weiter an seiner Zweitkarriere als Quizonkel
und moderiert im Herbst an drei Abenden das
im Vorjahr getestete „Quiz der Deutschen“.
Schon im April feiert REINHOLD BECKMANN in zwei Shows den 60. Geburtstag
der ARD, RANGA YOGESHWAR widmet sich einer neuen Sendung, in der es um
„populäre Irrtümer“ gehen soll, ECKART VON HIRSCHHAUSEN erbt die Samstagsshow „Frag doch mal die Maus“ und darf
sich beim „Fantastischen Quiz vom Körper
und Menschen“ ausprobieren. Und schließlich übernimmt „ARD-Morgenmagazin“-Mann
SVEN LORIG, den Pilawa bereits als
seinen legitimen Nachfolger ins Gespräch
brachte, das Sommerquiz „Pilawas große
Weltreise“, das künftig „Die große ARD-Weltreise“ heißen wird.
Die Entscheidung für die
Fünferrunde lässt sich wahlweise als Erkenntnis deuten, dass ein bisschen Moderationsabwechslung auch dem Publikum ganz gut täte
– oder eben als Zweifel der ARD-Entscheider,
dass es noch mal jemanden wie Pilawa geben
könnte, der erfolgreich so viele Shows bestreiten
kann, dass er für die Zuschauer quasi
zur Wohn zimmerein richtung wird.
Auffällig an der Moderatorenreform im Ersten
ist jedoch vor allem eines: Frauen haben
in der Unterhaltung bei der ARD nix zu
melden. Es hätte ja nicht gleich die große
Samstagabendshow für INA MÜLLER
sein müssen, die mit ihrer Late-Night-Trinkrunde
„Inas Nacht“ für gute Laune sorgt
und die im vergangenen Jahr immerhin
schon mal eine Primetime-Gala zu Ehren
Heinz Erhardts moderieren durfte. Aber ein
bisschen weiblicher hätte die ARD-Unterhaltung
ruhig werden dürfen. Das kann sich
WDR-Intendantin MONIKA PIEL schon
mal notieren, wenn sie im nächsten Jahr als
erste Frau den ARD-Vorsitz vom SWR-Kollegen
Peter Boudgoust übernimmt.
Ach übrigens, die Nackedeis aus den „Sport
Clips“ des Deutschen Sportfern sehens (DSF)
müssen sich keine Sorgen machen, wenn ihr
Sender am 11. April nach 17 Jahren eingestellt
wird – schließlich hat auch der Nachfolger
Sport1 ein Herz für Leichtbekleidete,
obwohl Geschäftsführer ZELJKO KARAJICA
schon vor einigen Wochen beschlossen
hat, die Erotikschnipsel künftig
erst nach Mitternacht zu zeigen. Mit dem
neuen Sport1, einer Fusion des DSF mit der
erfolgreichen Onlineplattform Sport1, die
beide zu Constantin Medien gehören,
will Karajica das ramponierte Image des
Sportsenders aufpolieren: mehr Livesport
zeigen, multimedialer werden und beim
Marktanteil zulegen. Bis es soweit ist, wirbt
das neue Sport1 mit dem Motto „Under
construction“ für den Neuanfang. Mist,
schon wieder ein Senderclaim, bei dem Sat.1
zu spät gekommen ist. ● Text: PEER SCHADER
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