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Die eigene Website - Tipps für Journalisten
 
(vgl. INSIGHT 7+8/04: "Duftmarke im Netz", Autor: Markus Münch)
 
 
Die eigene Website ist für freie Journalisten ein wichtiges Mittel zur Selbstdarstellung.
Doch was macht eine gute Journalisten-Homepage aus? Wie lassen sich Fehler vermeiden?
 
Nichts ist schlimmer als eine unentschlossene Selbstdarstellung, die irgendwo zwischen
privatem Tagebuch, Vereinsseite und Auftragsakquise liegt. Wer sich selbst an die Gestaltung
seiner Homepage wagt, braucht Zeit und etwas Geld. Ohne einen HTML-Grundkurs
(bietet fast jede Volkshochschule für etwa 50 Euro an), etwas Experimentierfreude bei der
Arbeit mit SelfHTML (http://www.selfhtml.org) oder ein entsprechendes Buch geht es nicht.
Die Grundzüge kosten Sie mindestens eine volle Arbeitswoche. Um der Seite dann den letzten
Schliff zu geben, benötigen Sie in der Regel einen weitere Woche. Erst dann können Sie sich
zurücklehnen und brauchen Ihrer Seite nur noch einmal pro Monat einen halben Tag zu widmen,
um neue Arbeitsproben einzufügen, Nachrichten aktuell zu halten oder einfach nur den
Look etwas zu verändern. Was das Layout Ihrer Seite betrifft, sollten Sie sich entscheiden,
welcher „Homepage-Typ“ Sie sind. INSIGHT stellt einige Möglichkeiten vor:
 
Der Minimalist
Kaum mehr als eine virtuelle Visitenkarte: Solche Websites können höchstens als
Platzhalter dienen, wenn die Domain bereits registriert, der Aufbau der Webpräsenz
aber noch nicht weit genug fortgeschritten ist.
 
Der Sachliche
Schreiben Sie einfach eine Bewerbung! Anschreiben, Lebenslauf mit Foto, Zeugnisse und
Arbeitsproben. Damit ist schon viel gewonnen. Sie wissen, wie viele Seiten Sie brauchen
und was drauf gehört. Und Ihr Homepage-Besucher weiß auch, was Sie wollen: Arbeit.
 
Der Klassiker
Der Clou ist eine Prise eigenes Design, das sich über die gesamte Homepage zieht.
Aber auch der Inhalt muss stimmen: Kreativität und ansprechende Texte sind gefragt!
 
Der Designer
Um in diese Kategorie zu fallen, müssen Sie schon etwas Ahnung von Design und sich mit den
Möglichkeiten des Web gründlich auseinander gesetzt haben. Oder Sie arbeiten mit einem
Grafiker und Programmierer zusammen. Das kann allerdings schon mal um die 3.000 Euro kosten.
 
Tipps und Tricks
  • „Du linkst mich, ich linke Dich“: Je mehr Links auf die eigene Homepage führen, desto wichtiger wird Ihre Seite für Suchmaschinen. Bilden Sie also Gemeinschaften mit Kollegen und tragen Sie sich in einen Webring ein, beispielsweise unter www.jonet.org.
  • Benutzen Sie auf Ihrer Homepage möglichst oft Suchstichworte wie „Journalist“ oder Fachbegriffe, unter denen Sie gefunden werden wollen.
  • Tragen Sie Ihre Domain bei Branchenverzeichnissen wie www.meinestadt.de ein.
  • Vergleichen Sie: Schauen Sie bei Internet-Seiten, die Ihnen gefallen, einfach mal in den Quellcode. So lernt man am schnellsten.
  • Wer seinen Web-Auftritt selbst gestaltet, braucht einen so genannten Web-Editor. Arbeiten Sie zumindest am Anfang mit Freeware (zum Beispiel unter www.softer.de erhältlich). Sehr empfehlenswert ist „Phase 5“ (www.qhaut.de). Programme wie „Dreamweaver“ (www.macromedia.com/de) oder „Adobe GoLive“ (www.adobe.de) für mehrere hundert Euro sind nur etwas für Profis.
  • Schauen Sie sich Ihre Homepage mit verschiedenen Browsern an (Internet Explorer, Netscape, Mozilla, Opera) und testen Sie auch das Aussehen auf einem Mac. HTML wird von jedem Programm anders dargestellt.
  • Audio- und Videodateien sollten möglichst klein sein. Hier bieten sich Dateiformate für den RealPlayer (www.real.com) an. Auch Mediaplayer- und Quicktime-Formate (www.microsoft.de, www.apple.com/de) sind gängig.
  • Einige Anbieter stellen Journalisten Webspace gratis zur Verfügung. Mehr dazu unter www.journalismus.com
 
Die größten Fehler
  • Pop-up-Windows: Belästigen Sie Ihre Besucher nicht mit unaufgefordert auftauchenden Fenstern. Immer mehr Browser blockieren diese Werbeträger ohnehin.
  • Fotos: Überlegen Sie sich gut, ob Sie ein Urlaubs- oder Kinderfoto in eine Bewerbung kleben würden – und wählen Sie nach den gleichen Kriterien die Bilder für Ihre Homepage aus.
  • Privates: Muss sein. Der persönliche Touch ist wichtig. Übertreiben Sie es aber nicht! Führen Sie Ihr Tagebuch auf einer separaten Homepage.
  • „Optimiert für ...“: Verzichten Sie auf diese Angabe. Niemand ändert für die Ansicht Ihrer Homepage seine PC-Einstellungen. Gehen Sie von einer Bildschirmauflösung von 1.024 mal 768 Pixel aus und sorgen Sie dafür, dass die Homepage auf allen Plattformen funktioniert.
  • „Endlich überarbeitet“: Weisen Sie Ihren Besucher nie darauf hin, dass Sie die Seite länger nicht bearbeitet haben.